Sauna ist ein Thema, um das sich besonders viele Mythen ranken. Leute, die mit Sauna (teils aus Unwissenheit) nichts anfangen können, aber auch viele Saunagänger/innen sind erstaunlich schlecht informiert. Sowohl als begeisterter, sowie ambitionierter Sauna-Gänger, der viel recherchiert und gerne Fachleute befragt, möchte ich mich an dieser Stelle in einem kleinen Exkurs mit den häufigsten Sauna Mythen befassen und ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Mythos #1 – Sauna ist (immer und sofort) gesund!
Wohlig warm ist es hier in der Sauna. Entspannt liegt man auf dem Handtuch, die Probleme rücken in weitere Ferne. Der geneigte Saunagänger kann geradezu fühlen, wie sich sämtliche Blutwerte gerade verbessern, das Fett schmilzt und man sich von Minute zu Minute gesünder fühlt. Schön!
Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Einmalig Saunieren ist sicherlich nicht ungesund – sofern es richtig durchgeführt wird. Ebenso der psychische Wohlfühleffekt hat immer indirekt-positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Um einen nachhaltig-positiven Effekt zu erzielen, verhält es sich ein bisschen wie beim Sport. Saunagänge müssen wiederholt und regemäßig erfolgen, mindestens ein bis zwei Mal in der Woche. Wer nur an den beiden kältesten Winterwochenende in die Sauna geht, hat sich zwar entspannt und konnte der Kälte entfliehen. Einen nachhaltigen Effekt auf die Gesundheit erzielt man so nicht.
Mythos #2 – Sauna ist Sauna
„Ach, saunieren! Das kann doch jeder!“ Dieser Mythos hängt mit dem ersten zusammen: Entscheidend für die Gesundheit ist ebenso, WIE man sauniert. Richtiges Saunieren will gelernt und gekonnt sein. Gesund ist Sauna nur, wenn der/die Saunagänger/in elementare Grundregeln befolgen: Keinesfalls sollte Anfangs zu intensiv sauniert werden. Als Anfänger reichen 6-8 Minuten völlig. Dabei ist die richtige Temperatur entscheidend: Lieber bei mindestens 80 statt 50 Grad in die Sauna, sonst ist der Effekt zu gering. Die Intensität sollte lieber über die Dauer des Saunagangs, als über die Temperatur gesteuert und gesteigert werden. Weiterhin ist Abkühlung nach dem Saunagang genauso wichtig wie die Sauna selbst. Nach dem Saunabad gilt es, sich so intensiv wie möglich, mit dem Kaltwasser-Schlauch oder im Tauchbecken abzufrischen.

Mythos #3 – Sauna stärkt die Abwehrkräfte (sofort)!
Eng mit dem Gesundheitsthema verbunden, ist die landläufige Meinung, dass Saunieren die Abwehrkräfte stärkt. Und klar! Sauna regt die Durchblutung an und erhöht die Anzahl der Immunzellen. Um aber einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, muss das Saunabaden zur Gewohnheit geworden sein. Ein paar mal im Winter in die Sauna zu gehen, reicht also nicht. Lediglich wenn der Saunagang regelmäßig erfolgt, werden die Abwehrkräfte ausreichen gestärkt und Erkältungen effektiv vorgebeugt. Wichtig ist, dass der immunstärkende Effekt zeitverzögert erst nach ca. drei Monaten eintritt. Wer also der Erkältung trotzen möchte, geht bestenfalls das ganze Jahr in die Sauna. Aber auch Wintersaunierer sollten spätestens im Frühherbst anfangen.
Mythos #4 – Sauna? Das ist nichts für mich!
Menschen sind verschieden und Sauna nicht für jeden. Ich persönlich denke, das Sauna für die meisten „etwas ist“. Zumindest für mehr Menschen, als von diesen geglaubt wird. Wer einmal für ein paar Minuten in der Sauna war – gedacht hat, das ist aber heiß – sofort wieder raus und sich danach nicht abgefrischt hat, der hat Sauna noch nicht wirklich ausprobiert. Die Entspannung, die nach einem wohltemperierten und in der richtigen Länge durchgeführten Saunagang eintritt – wenn man sich danach ausreichend abgekühlt und geruht hat, ist etwas universelles und tut allen Leuten gut. Natürlich gibt es aber Menschen, die sich nicht einfühlen können oder wollen. Soll es geben.
Mythos #5 – Von Sauna nimmt man ab
Nein, leider nicht. Sauna entzieht zwar dem Körper Flüssigkeit, die dann auf der Waage fehlt. Das war’s dann aber schon. Ja, der kreislaufanregende Effekt ist da und vielleicht verbrennt man mehr Kalorien, als daheim auf der Couch. Der Appetit-anregende Effekt macht die geringfügig erhöhte Kalorienverbrennung oft wieder zunichte. Zumindest kann Sauna keinesfalls eine ausgewogene Ernährung und ein angemessenes Bewegungslevel ersetzen. Wäre zwar schön, is aber leider nicht.

Mythos #6 – Saunieren ist nur gut, wenn es kalt ist
Selbstverständlich ein Stück weit, Frage der persönlichen Präferenz. Ich jedenfalls finde absolut nicht, dass Sauna durch schlechtes Wetter besser wird. Sauna macht schlechtes Wetter lediglich etwas erträglicher. Ich persönlich gehe am liebsten saunieren, wenn draußen die Sonne scheint, die Temperaturen angenehm für die Liegewiese sind. Genau dann macht der Sprung in den vielleicht der Sauna angeschlossenen See am meisten Freude. Ich empfehle allen dringen, doch einmal im Sommer und bei schönem Wetter in die Sauna zu gehen und das ganze auszuprobieren.
Mythos #7 – Heißes Wetter hat denselben Effekt wie Saunabaden
Als Über-Winterer in den Tropen in Thailand, höre ich diesen Mythos ständig: „Bei dem Wetter ist draußen schon Sauna, warum dann noch saunieren?“ Weil dieser Mythos besonderer Quatsch ist! Nirgendwo ist der Effekt von Sauna angenehmer als in feucht-schwüler und heißer Umgebung. Neben den anderen positiven Effekten von Sauna hilft das Schwitzbad, den HItzekreislauf des Körpers zu regulieren. Wichtig ist bei heißem Wetter die ausgiebige Abkühlung – am besten in einem Eisbad. Ein bisschen Überwindung gehört hier dazu, aber es lohnt sich: Nach mehreren Heiß-Kalt Baderunden fühlt man sich wie ein neuer Mensch. Glaubst du nicht? Probiere es aus!

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